Verlagstalk mit Esther Barandun: Die Sache mit dem Tod«Mentoren-Media-Verlag
Shownotes
Sterben und Tod betreffen uns alle – und doch schieben wir das Thema gern beiseite. In dieser Episode des Mentoren Media Verlagstalks spricht Volker Pitsch mit der Schweizer Trauerrednerin und Autorin Esther Barandun über genau das, worüber viele ungern sprechen.
Ausgangspunkt ist ihr Buch „Die Sache mit dem Tod“, erschienen im Mentoren-Media-Verlag. Gemeinsam nähern sie sich dem Thema behutsam, persönlich und überraschend lebensnah: Warum hilft es, sich frühzeitig mit dem Tod auseinanderzusetzen? Was unterscheidet Sterben vom Tod – und warum haben wir oft mehr Angst vor dem einen als vor dem anderen? Wie kann Trauer Raum für Leichtigkeit, Lachen und Würde lassen?
Esther Barandun teilt eindrückliche Erfahrungen aus ihrer Arbeit als Trauerrednerin, spricht über Abschied, Loslassen, Bestattungskultur und darüber, wie tröstlich eigene Bilder vom Tod sein können. Immer wieder wird klar: Es geht nicht um das Ende – es geht um das Leben.
Eine nachdenkliche, berührende und zugleich tröstliche Folge, die Mut macht, hinzuschauen, statt wegzusehen – und dem Leben dadurch vielleicht ein Stück näher zu kommen.
🎧 Eine Episode für alle, die gute Gedanken zulassen wollen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Kommen wir nun zur Sache mit dem Tod.
00:00:03: Das ist keine ungelenke Überleitung meinerseits, sondern tatsächlich heißt das folgende Buch nun so und verlegt mit Recht, wie wir gleich sehen werden.
00:00:11: Denn Sterben und Tod betreffen uns alle.
00:00:14: Wir können nach einem tieferen Sinn suchen oder nach Antworten, aber entkommen können wir dieser Tatsache nicht.
00:00:20: Easterbarrandon ist Trauerrednerin und stellt Fragen, bricht Tabus und eröffnet neue Sichtweisen.
00:00:27: Dabei geht es natürlich auch um Spiritualität und Trauer, ein Buch also, das uns alle doch irgendwie angeht.
00:00:33: Erschienen ist es im Mentoren-Media-Verlag und ich bin schon ganz gespannt, was Esther Barandun gleich im Verlagstalk mit Volker Pitsch alles für Einblicke gibt.
00:00:42: Ich sage jetzt mal nicht viel Vergnügen, sondern eher gute Gedanken bei diesem mitunter ergreifenden Thema.
00:00:50: Danke schön.
00:00:51: Und wir nehmen das doch vielleicht gleich auf.
00:00:54: Doch mit Vergnügen, oder?
00:00:55: Doch.
00:00:56: Ja, wir sind uns, glaube ich, einig.
00:00:57: Wir haben uns jetzt so oft beschäftigt.
00:00:59: Es geht ja darum, wir werben hier für ein Thema, mit dem man sich, weil es unvermeidlich ist, möglichst früh auseinandersetzen sollte.
00:01:07: Ja, das würde schon sehr helfen.
00:01:10: Aber wir sind auch gewohnt, das ein bisschen wegzuschieben, irgendwo unter einen Deckel zu setzen oder hinter einem Busch verstecken.
00:01:20: Aber wenn wir, je öfter wir uns mit dem Tod befassen, Destonär, kommt er uns, dann wird er auch Vertrauter.
00:01:28: Du befasst dich viel mit dem Tod.
00:01:30: Trauerreden haben wir gerade gehört.
00:01:32: Das heißt, du gehst in Familien, wo getraut wird, erfährst die Geschichte der Verstorbenen des Verstorbenen.
00:01:39: Und ja, und jetzt fängt es so an, nicht immer, wenn man so eine Rede verfasst, es sind ja nicht immer die guten Menschen, die sterben.
00:01:50: Die meisten sind schon die, die wir sehr lieben.
00:01:53: Und das macht dann unglaublich weh.
00:01:55: Und dieser Schmerz, der muss ja auch aufgefangen werden.
00:02:01: Manchmal können wir selber etwas dazu tun, um das aufzufangen.
00:02:05: Und manchmal hilft einfach ein Gespräch mit anderen Menschen.
00:02:09: Und ich versuche dann, diese Leute aus diesem Tief herauszuholen.
00:02:13: Denn wenn wir nicht zwischen hinein wieder lachen, können wir auch nicht trauern.
00:02:18: Trauer ist Schwerstarbeit.
00:02:21: Also braucht es wieder neue Energie.
00:02:24: Und wenn wir an den Tod denken, ist es ja eigentlich ganz ähnlich.
00:02:29: Wir müssen uns mit dem Leben, mit der Lebensfreude befassen und den Tod mit einbeziehen.
00:02:36: Er gehört dazu.
00:02:37: Wir können nichts tun.
00:02:39: Er ist dabei.
00:02:41: Ich wollte gerade aber auf diese Situation und das passiert in deinem Alltag.
00:02:45: Es gibt ja Menschen, die nicht ganz einfach waren.
00:02:49: Das heißt, dann die richtigen Worte zu finden ohne zu lügen.
00:02:56: Ich denke, es geht ja jetzt um die Lebensgeschichte von diesem Menschen, der gestorben ist.
00:03:02: Natürlich gibt es Erinnerungen, die weh machen, die schmerzen.
00:03:06: Oder die einfach Tatsachen sind.
00:03:08: Wir können nicht alle Tatsachen verschweigen, auch die Ungute nicht.
00:03:13: Dann ist die Frage, wie formuliere ich es dann?
00:03:17: Ich kann ja sagen, ja, war schon so ein Sturrgeneral.
00:03:23: Und dann grinsen alle.
00:03:25: Und das ist okay, das gehört dazu.
00:03:28: Ich habe die Wahrheit gesagt, aber mit einem Grinsen dazu ist sie verkraftbar.
00:03:34: Und sie macht die Würde, die Menschenwürde nicht kaputt.
00:03:38: Denn die muss ganz bleiben, immer.
00:03:41: Jetzt hast du ganz, ganz viele Reden gehalten.
00:03:44: und war das dann irgendwann der Punkt, sich mit dem Tod viel näher zu befassen und zu sagen, okay, jetzt schreibe ich auch
00:03:53: über das
00:03:53: Thema.
00:03:53: Ja, ganz genau.
00:03:55: Ich musste mir natürlich schon von Anfang an damit befassen, weil die ersten zwei, drei Jahre war das für mich auch ein schwieriges Thema geworden.
00:04:05: Ich hatte Albträume und so weiter und wusste, du darfst nicht zu viele Behältigungen machen.
00:04:12: Und irgendwann... ich mich immer mehr damit, auch mit der Trauer, mit dem Abschied, mit dem Verlust beschäftigt habe, ging es für mich auch immer besser.
00:04:22: Und dann kam der Punkt, wo ich gesagt habe, jetzt darf es auch einmal ein Buch werden.
00:04:28: Und ehrlich gesagt, ich bin es auch mal ehrlich, Schulterran ist mein Schreibcoach, steht da hinten.
00:04:35: Ja, ich wollte ein ganz anderes Buch schreiben und einer Zieh gesagt, schreib über den Tod.
00:04:41: Und dann haben wir losgelassen und je mehr ich darüber geschrieben habe, desto mehr musste ich mich auch selber mit dem Tod auseinandersetzen, auch mit meinem Tod.
00:04:53: Das geht Hand in Hand, sonst kann man kein Buch schreiben.
00:04:56: Loslassen ist schon mal ein schönes Tischlohn, da sind wir mittendrin und es geht ja darum sich... tatsächlich sehr früh mit dem Tod zu befassen, wobei wir hatten vorhin schon ein kurzes Gespräch.
00:05:06: Ich glaube oft, ich weiß gar nicht, ob es die Angst vor dem Tod ist, sondern tatsächlich, wir alle eher die Angst vor dem Sterben haben.
00:05:15: Darüber musste ich auch nachdenken und ich habe dann Tod und Sterben auseinandergenommen.
00:05:20: Ich habe dann gesagt, Geburt und Sterben sind zwei Prozesse.
00:05:27: So
00:05:27: oder so.
00:05:29: Und Tod und Leben sind zwei Zustände.
00:05:33: Wir haben das Leben, aber wir haben nicht für das Tod sein, haben wir kein Nomen.
00:05:40: Wir haben nur, ich bin tot oder er ist tot.
00:05:44: Aber es ist ein Zustand.
00:05:46: Und über diesen Zustand wissen wir ja nichts.
00:05:49: Darum entstehen ja verrückte Vorstellungen.
00:05:53: Ja, wir müssen glauben, wir wissen nicht, wir ahnen es, wir haben eine Vorstellung, die ist bei jedem anders.
00:05:58: Aber jetzt zum Beispiel, wenn ich jetzt sage, was für sich die Stelle ich mir vor, beim Sterben, wenn ich jetzt hier umfallen würde, würde ich sagen, das war okay.
00:06:06: Wäre ein guter Abgang.
00:06:07: Das wäre doch das Traum von
00:06:08: allen.
00:06:09: Für Sie vielleicht, aber für mich ist die Vorstellung mitten aus dem Leben gerissen, ist für mich die Vorstellung, wenn ich drüber nachdenke, die ich gut finde.
00:06:17: Und wenn wir nämlich ein bisschen in uns hinein hören, Dann haben wir auch diesen Wunsch, mitten aus dem Leben, aus dem Lachen, aus dem Fröhlichsein gehen zu können.
00:06:29: Wir wissen ja nicht, was kommt, oder?
00:06:31: Ich sage, es kommt nachher was Gutes.
00:06:34: Was immer das ist.
00:06:36: Aber das Wissen tun wir es nicht.
00:06:40: Ich sage das manchmal auch Angehörigen, weil die sagen manchmal selber, für den Vater war es gut, dass er gehen konnte.
00:06:49: Wir sind natürlich traurig.
00:06:51: Wir bleiben zurück.
00:06:52: Das ist schon eine doppelseitige Trauer.
00:06:56: Das hilft schon mal ein bisschen in der Trauerzeit.
00:07:00: Und ich sage dann, ja, für den Vater war das doch super.
00:07:04: Es geht ihm bestimmt besser, als vorher mit der Krankheit oder was immer dieser Mensch dann hatte.
00:07:10: Das sind Trauerwege eigentlich schon.
00:07:14: So, jetzt die Frage, wer ... sollte dieses Buch lesen.
00:07:18: Ich würde jetzt sagen, von dem, was ich von dir gehört habe, wir haben jetzt auch viel darüber gesprochen, es ist eigentlich ein Buch für jeden.
00:07:25: Jung, alt, jeder sollte sich mit dem eigenen Tod irgendwann mal auseinandersetzen.
00:07:31: Das denke ich auch.
00:07:33: Ob vielleicht jemand, der kurz vor dem Tod steht, sich so damit befassen will, weiß ich nicht.
00:07:41: Weil es geht eigentlich ums Leben.
00:07:44: Es geht immer ums Leben.
00:07:46: Auch wenn ich in einer Trauerfeier eine Lebensgeschichte schreibe, dann ist das auch das Leben.
00:07:52: Es ist immer das Leben.
00:07:54: Wir leben heute.
00:07:56: Wir müssen uns im Leben mit dem Tod befassen.
00:08:00: Aber ich denke, grundsätzlich ist es für alle Menschen.
00:08:04: Du kommst ja aus der Schweiz.
00:08:06: Das spielt das ja manchmal noch eine ganz andere Rolle, weil dort kann ich ja auch bewusste Entscheidungen treffen, die bei uns jetzt eher, sag ich mal, noch schwierig sind.
00:08:14: Du meinst das mit der Bestattung?
00:08:16: Wir haben die freie Wahl von der Bestattung.
00:08:19: Ja,
00:08:20: da rücken wir auf nicht.
00:08:20: Meinte tatsächlich, es gibt ja auch Menschen, die das bewusst entscheiden, ich gehe jetzt aus dem Leben.
00:08:25: Ja, genau.
00:08:27: Also die Exitfrage zum Beispiel, ja, die ist offener in der Schweiz.
00:08:32: Was ich sehr begrüße, denn wenn der Zeitpunkt nicht stimmt, funktioniert es auch mit Exit nicht.
00:08:41: Da müssen wir uns gar keine Gedanken machen.
00:08:43: Und wenn jemand, wenn der Zeitpunkt kommt und Exit steht nicht da, dann steht diese Person halt aufrutscht aus und bricht sich das Genick.
00:08:54: Weil der Zeitpunkt da ist.
00:08:56: Ich denke, es gibt auch Dinge, die können wir nicht beeinflussen.
00:09:00: Darum müssen wir vor dieser Entscheidung Exit oder nicht auch nicht so große Angst haben.
00:09:06: Da mischen noch andere Kräfte mit.
00:09:09: Wie immer die heißen.
00:09:10: Aber jetzt hast du die Bestattungskultur reingebracht.
00:09:12: Also tatsächlich Rheinland-Pfalz ist auf dem Weg ganz viel zu ändern als eines der ersten Bundesländer.
00:09:17: Da ist viel ab nächstem Jahr viel, viel möglich.
00:09:19: Also von der Urne mit nach Hause bis sonst was, was bis vor kurzem undenkbar war.
00:09:23: Hier ändert sich ganz viel.
00:09:25: Wie ist das in der Schweiz?
00:09:27: Das haben wir schon lange.
00:09:29: Und das ist toll.
00:09:31: Weil... sehr viele Leute können dann schon im vornherein sich überlegen, wo möchte ich meinen Ehrenplatz als Grab?
00:09:42: Wo möchte ich meinen Ehrenplatz haben?
00:09:45: Vielleicht unter einem Baum, vielleicht irgendwo auf einer Alp.
00:09:50: Das ist eigentlich ein wunderschöner Gedanke.
00:09:53: Wenn es im Wald ist, kann ich immer sagen, mögen die Vögel und aus rauschender Bäume diese Ruhe begleiten.
00:10:02: Und dann ist dieser Mensch plötzlich nicht mehr allein, obwohl er mit der Asche hier in den Wurzeln der Bäume ruht.
00:10:11: Das gibt auch ein schönes Gefühl für die Leute, die traurig sind.
00:10:15: Er ist wohl aufgehoben.
00:10:17: Jetzt machst du Trauerreden, du hast über den Tod geschrieben.
00:10:22: Was sind denn deine eigenen Gedanken dazu?
00:10:23: Machst du dir über dein eigenes Sterben, deinen eigenen Tod Gedanken?
00:10:30: Über das Sterben noch weniger, aber ich bin auch dran.
00:10:34: Ich sollte auch endlich mal mein letzter Wille mal ausfüllen.
00:10:38: Das ist manchmal wirklich eine große Hilfe für die, die zurückbleiben.
00:10:43: Aber für mich ist klar, irgendwo in den Bündneralpen.
00:10:47: Dort komme ich her.
00:10:49: Und dann möchte ich wenigstens dann wieder zurück.
00:10:52: Ein weiteres schönes Stichwort.
00:10:54: Es ist tatsächlich Menschen... die jemanden beerdigen müssen, jemand ist gestorben, stehen vor Entscheidungen.
00:11:00: Und zwar, es sind auf einmal lauter Aufgaben, man kommt in ein Getriebe und wenn es nicht geklärt ist, wie alles laufen soll, gibt ja Menschen, die machen das vorbildlich, aber wenn es nicht so gelöst ist, dann stehen Angehörige vor ganz vielen Aufgaben, Fragen und sind auf einmal in einem Hamsterrad, in dem viel auch überfordert sind.
00:11:20: Ich kann sie dann meist so rausholen, dass ich sage, Der Vater hat ihnen Vertraut oder die Mutter, einfach die Person, die gestorben ist.
00:11:30: Die war überzeugt, ihr macht das schon richtig.
00:11:34: Also wenn eure Entscheidung, wenn ihr überzeugt zeigt von einer Entscheidung, dann kann sie nur richtig sein für den Menschen, der gestorben ist.
00:11:45: Weil das Vertrauen ist da.
00:11:47: Aber durchaus kann es eine Option sein.
00:11:49: Ich mache mir zu Lebzeiten Gedanken.
00:11:50: Wie kann das sein?
00:11:51: Du hast gesagt, wir können eine Menge Erklärungen vorher abgeben.
00:11:54: Wir können Entscheidungen, wenn auch jetzt.
00:11:56: vielleicht sitzen wir hier alle halbwegs gesund.
00:11:59: Das kann morgen schon anders aussehen.
00:12:01: Und wenn wir anderen Menschen dann Entscheidungen abnehmen, wie sie agieren sollen, ist das hilfreich.
00:12:07: Also oft ist schon hilfreich.
00:12:09: Zum Beispiel will ich eine Erdbestattung oder eine Urne an der Krimation.
00:12:16: Das ist für Angehörige oft eine große Frage, weil die dann entscheiden müssen, wenn nichts da ist.
00:12:22: In der Schweiz cremieren die meisten.
00:12:25: Es gibt nur noch ganz wenige Erdbestattung.
00:12:28: Gibt noch, aber weniger.
00:12:29: Deutschland weiß sich nicht genau.
00:12:31: Ich glaube, es ist umgekehrt, aber ich weiß es nicht.
00:12:33: Es wird auch
00:12:34: weniger.
00:12:34: Es wird weniger.
00:12:34: Es wird weniger.
00:12:35: Es wird weniger.
00:12:35: Es wird weniger.
00:12:35: Es wird
00:12:36: weniger.
00:12:36: Es wird weniger.
00:12:36: Es wird weniger.
00:12:37: Es wird weniger.
00:12:37: Es wird weniger.
00:12:37: Es wird weniger.
00:12:38: Es wird weniger.
00:12:38: Es wird weniger.
00:12:39: Es wird weniger.
00:12:39: Es wird weniger.
00:12:39: Es wird weniger.
00:12:40: Es wird weniger.
00:12:40: Es wird weniger.
00:12:41: Es wird weniger.
00:12:41: Es wird weniger.
00:12:42: Es wird weniger.
00:12:42: Es wird weniger.
00:12:42: Es wird weniger.
00:12:43: Es wird weniger.
00:12:43: Es wird weniger.
00:12:44: Es wird weniger.
00:12:44: Es wird weniger.
00:12:44: Es wird weniger.
00:12:45: Es wird weniger.
00:12:45: Es
00:12:45: wird weniger.
00:12:46: Es wird weniger.
00:12:46: Es wird weniger.
00:12:46: Es wird weniger.
00:12:47: Es wird weniger.
00:12:47: Es wird weniger.
00:12:47: Es wird weniger.
00:12:48: Es wird weniger.
00:12:48: Es Ja, was kommt?
00:12:48: So, was macht es mit uns, wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen?
00:12:51: Weil, wie du schon richtig gesagt hast, das ist unvermeidlich, aber im Leben haben wir so viele Möglichkeiten.
00:12:58: Zum Ausweichen, meinst
00:13:00: du?
00:13:00: Nein, nein, mir geht es darum, im Leben haben wir viele Chancen.
00:13:02: Wir können jeden Tag irgendwas ausprobieren, wir können was Neues machen.
00:13:05: Das Einzige, was wir wissen, ist, am Ende steht der Tod.
00:13:08: Ja, und das ist irgendwann, das Ende ist irgendwann.
00:13:11: Ich sage gerne der Tag X, weil wir ja... Eigentlich diesen Tag gar nicht bestimmen können.
00:13:18: Auch bei einem Suizid nicht.
00:13:20: Wenn der Tag X nicht stimmt, funktioniert der Suizid nicht.
00:13:24: Und wenn der Tag stimmt, dann geht's eben auch.
00:13:28: Und eine Freundin, deren Tochter das gemacht hat, die ist von einem Kran gesprungen, neben einer Klinik.
00:13:36: Und meine Freundin hat dann gesagt, weißt du, wenn jemand das macht, dann geht die Seele schon vorher.
00:13:46: Und habe gesagt, wieso weißt du das?
00:13:48: Die ist Palliativschwester auch.
00:13:51: Dann hat sie gesagt, weißt du, Menschen, die springen, da hörst du nichts.
00:13:57: Keinen Ton, weil die Seele schon weg ist.
00:14:01: Die sind eigentlich schon tot in dem Moment, wenn sie runterkommen.
00:14:06: Und da habe ich mir gesagt, ja, wenn ich in Basel auf die Herbstmesse gehe, da gibt es ja diesen Faltum, kennen Sie sicher auch.
00:14:15: Und wenn dort die Leute runterfallen, dann schreien ja alle.
00:14:18: Das geht automatisch.
00:14:21: Aber jene, die springen, schreien nicht.
00:14:23: Also muss vorher etwas geschehen sein.
00:14:27: Und nochmal anders gefragt.
00:14:28: Schönes Bild.
00:14:30: Noch mal anders gefragt.
00:14:31: Wenn wir uns mit dem Tod rechtzeitig befassen, leben wir dann anders?
00:14:35: Ich könnte mir schon vorstellen.
00:14:38: Also ich werde immer ruhiger, je mehr ich mich mit dem Tod befasse.
00:14:43: Er wird mir immer vertrauter.
00:14:46: Ich habe auch meine eigenen Bilder.
00:14:50: Für mich ist es eine Art figureliches Bild, trägt einen smaraktgrünen Mantel, ist eine weiße Figur, sicher keine schwarze Figur, ich bin jetzt auch schwarz-weiß, hat aber nicht mit dem Thema zu tun.
00:15:06: Farbe reinbringen und nicht die alten Bilder, die die Malerei gemacht hat, die halt auch kulturell traditionell übertragen worden sind.
00:15:18: Ich habe mich von diesen gelöst und sage ja, vielleicht ist es einfach eine weiße Figur mit einem wunderbaren, smracktgrünen Mantel, die mich dann abholt und bei der Hand nimmt und dorthin bringt, wo es ist, wie es ist.
00:15:33: Ein schönes Bild.
00:15:35: Jeder hat von uns Erfahrungen mit dem Tod, mal mehr oder weniger.
00:15:38: Ich hatte dir von einem Beispiel erzählt, wo es mich mal getroffen hat, wo ich gefragt wurde, hältst du auf der Trauerfeier eine kurze Rede?
00:15:47: Ich habe erst mal gesagt, nein, auf keinen Fall.
00:15:50: Ich habe es doch gemacht.
00:15:51: Und was ich da spannend fand, ist... das Gefühl danach so eine Reinheit so aufgeklärt und aufgeräumt und ich war, dass ich über meinen eigenen Schatten gesprungen bin, so froh, weil es war eine völlig andere Verarbeitung, weil ich habe natürlich gedacht, okay, was sage ich jetzt da?
00:16:09: und du guckst da noch mal in das Leben des Menschen und ich fand das sehr hilfreich.
00:16:13: und wir haben auch kurz danach alle Erklärungen und alles, was man mit dem Thema Tod von Testament bis sonst, das haben wir danach alles erledigt.
00:16:21: Ja.
00:16:23: Weil wenn du so eine Aufgabe übernimmst, das verändert auch einen Teil in dir selbst.
00:16:30: Und es ist wie auch eine Lösung, etwas befreit sich.
00:16:38: Wir müssen nicht wissen, was das ist, aber es gibt ein gutes Gefühl, wenn du die Arbeit geschafft hast.
00:16:44: Wenn du jetzt nochmal eine Empfehlung am Schluss aussprichst, wer soll das Buch gelesen haben?
00:16:53: Ich denke alle Erwachsenen.
00:16:57: Es ist sicher eine Hilfe für Menschen, die in Blaulichtorganisationen arbeiten, Spitäler, Altersheimen, weil es eine aufbauende Auseinandersetzung ist mit einem Thema, das wir lieber wegschieben.
00:17:14: Also, die Dame vorhin hat gesagt, ich kann ja nicht viel Vergnügen wünschen, aber ich wünsche hier viel Vergnügen, weil Sie können gleich meinen Schreibcoach fragen.
00:17:26: Das steht da hinten und nicht.
00:17:30: Sie hat auch immer gesagt, du musst Leichtigkeit hineinbringen.
00:17:34: Weil Schwere beim Thema Tod haben wir genug.
00:17:38: Aber wo ist die Leichtigkeit?
00:17:40: Die ist immer da.
00:17:41: Nur unser Blick wurde nie darauf gerichtet.
00:17:46: Und das habe ich versucht, einen zuversichtlichen Blick auf den Tod zu bekommen.
00:17:53: Und das würde natürlich jedem gut tun und jeder.
00:17:56: Für mich ist es ein Buch, das ich tatsächlich lesen sollte, nicht wenn ich in der Situation bin, sondern weit vorher, wo ich noch frei bin in den Gedanken und dann vielleicht auch mal überlegen kann, ja, was meint sie damit?
00:18:07: Was kann ich jetzt tun?
00:18:09: Also wirklich nicht abwarten, bis man in die Situation kommt, dass man sich informieren möchte, sondern wirklich weit vorher.
00:18:17: Ja, ja.
00:18:19: Weil es ist ja auch ein bisschen ein gruseliges Thema, oder?
00:18:22: Wir haben Halloween und so weiter.
00:18:27: Das fasziniert ja auch.
00:18:30: Aber es betrifft uns auch persönlich.
00:18:33: Und nur jedes kann selbst das Leben leben.
00:18:38: Jedes kann nur selbst tot sein.
00:18:40: Was kann niemand anders übernehmen?
00:18:42: Es gibt keine Stellvertretung.
00:18:44: Also warum nicht sich im Leben damit auseinandersetzen, um gleichzeitig im Leben auch eine Befreiung zu finden?
00:18:53: So wie du nach dieser Trauerrede hattest.
00:18:57: Ein gutes Gefühl.
00:18:59: Ja, es ist aufgeräumt, so nenn ich.
00:19:02: Und tatsächlich hilft es dann auch, diese Trauer irgendwie gut zu überwinden.
00:19:06: Ja.
00:19:06: Ja.
00:19:08: Danke, dass du bei uns bist.
00:19:09: Danke für diese Einblicke.
00:19:11: Gleich gibt es das Buch hier auch.
00:19:12: Du signierst auch.
00:19:13: Du bist auch noch bei uns am Stand F-Einhundertsechs nach diesem Gespräch.
00:19:18: Esther Barandun, die Sache mit dem Tod.
00:19:20: Danke, dass du bei uns bist.
00:19:21: Ich danke dir.
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