Lykke Eira – Zwergenreise Fantastisches Abenteuer, große Themen und echte Verlagsleidenschaft

Shownotes

In dieser Folge des Mentoren Media Verlags-Podcasts nehmen wir euch mit auf eine abenteuerliche Reise in eine fantastische Welt aus Eis, Moos und Magie. Im Mittelpunkt steht der Roman „Lykke Eira – Zwergenreise“ von Christoph Buchfink – eine ebenso spannende wie tiefgründige Geschichte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Lykke Eira, deren Name „glückliche Schneeflocke“ bedeutet, ist alles andere als glücklich. In ihrer Zwergenwelt schmilzt der Gletscher, der Zwergenrat streitet – und niemand hört ihr zu. Als Zwergenmädchen ohne Bart bleibt ihr der Zugang zu Entscheidungen verwehrt. Aus Wut und Verzweiflung beginnt ihre Reise, die sie in ein verborgenes Tal voller faszinierender Fabelwesen führt.

Dort entdeckt Lykke Eira eine Welt, die ganz anders ist als die alten Zwergenlegenden. Sie begegnet skurrilen, liebenswerten und gefährlichen Wesen – und erkennt, dass die Handlungen der Menschen nicht nur ihre eigene Welt, sondern auch die der Fabelwesen bedrohen. Vorurteile, Angst und Missverständnisse wachsen, bis ein großer Konflikt unausweichlich scheint.

Im Gespräch mit Verleger Volker Piech erzählt Christoph Buchfink, wie diese Geschichte entstanden ist, wie seine langjährige Theaterarbeit und die handgefertigten Figuren in das Buch eingeflossen sind und warum hinter dem fantasievollen Abenteuer hochaktuelle Themen wie Klimawandel, Ausgrenzung, Mut und gesellschaftlicher Wandel stecken.

Eine Podcast-Episode über Heldinnenreisen, kreative Welten, die Kraft von Geschichten – und darüber, wie Fantasie dabei helfen kann, die Realität neu zu betrachten.

🎙️ Ein Gespräch zum Zuhören, Staunen und Weiterdenken.

https://mentoren-verlag.de/werke/lykke-eira-das-buch/

Transkript anzeigen

00:00:02: Auch soweit, super!

00:00:04: Fantastisch geht es weiter und zwar mit dem Mentoren-Media-Verlag und dem Roman-Lücke-Eira.

00:00:11: Darin begeben wir uns auf eine abenteuerliche Zwergenreise.

00:00:14: Der Gletscher von Lücke-Eira schmilzt, der Zwergenrat streitet und niemand will ihr zuhören.

00:00:21: Tief im Tal entdeckt sie eine faszinierende Welt, die ganz anders ist, als die Zwergenlegenden es erzählen.

00:00:27: Die Menschen zerstören nicht nur ihre eigene, sondern auch die Welt der Fabelwesen.

00:00:32: Ein Krieg zwischen den Menschen droht.

00:00:34: Und wie das ausgeht, verrät uns gleich der Autor Christoph Buchfink selbst.

00:00:39: Hier ist er im Gespräch mit dem Verleger Volker Piech und hat einen ganzen Rucksack voller Überraschungen dabei, habe ich gesehen.

00:00:45: Viel Spaß wünsche ich dabei und treten sie gerne näher.

00:00:48: Hier ist alles noch

00:00:49: frei.

00:00:50: Das ist schon mal ein hoher Spannungsboden.

00:00:54: Wir verraten aber, glaube ich, nicht, wie es ausgeht.

00:00:56: Das machen wir heute nicht.

00:00:58: Schauen wir mal.

00:00:58: Okay, Christoph Buchwing.

00:01:00: Wir haben uns witzigerweise auch auf einer Buchmesse kennengelernt und wir treffen uns jetzt wieder auf einer Buchmesse und lassen uns ein bisschen in die Welt eintauchen, die du geschaffen hast und wie du vielleicht auch dazu gekommen bist.

00:01:12: Es geht erst mal um Norwegen.

00:01:15: Die ganze Geschichte startet auf... Die ganze Geschichte startet auf einem Gletscher und Gletscher in Norwegen habe ich seit langen Jahren fasziniert.

00:01:24: Einfach diese unendliche Weite an Schnee und diese unendliche Weite an faszinierender Landschaft und diese Klarheit und dieses andere Gefühl, was man an solch einem Ort hat.

00:01:37: Und dann natürlich das Thema, dass diese Gletscher alle mehr und mehr schmilzen und dass der Klimawandel, die Veränderung unserer Erde im Grunde.

00:01:45: da auch zu sehen ist und zu spüren ist.

00:01:47: Und das ist immer, warum wir Bücher gerne machen.

00:01:49: Das heißt, da ist auch die Botschaft in der Geschichte mit drin, weil es geht auch um brandaktuelle Themen.

00:01:55: Ja, im Hintergrund, das heißt, die Geschichte selbst ist ein Abenteuer.

00:02:00: Und da ich ja Kinderteater mache, Schauspieler und Autor für Kinderteater bin, geht es mir immer darum, dass die Geschichten erstmal eine spannende Geschichte sind, ein Abenteuer, was man erlebt.

00:02:10: Im Hintergrund oder darunter liegend hat es aber immer sehr tiefgehende und ernste Themen.

00:02:16: Und während diese Geschichten gibt es aber viel Freude, Spaß, Klamauk, Slapstick.

00:02:21: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:02:22: Christoph ist in Norwegen und wie kommen dann die Figuren ans Leben?

00:02:26: Siehst du die?

00:02:27: Ich meine, die skandinavischen Länder, die lieben ja sowas auch.

00:02:31: Ja, also in Norwegen gibt es natürlich diese ganzen Trollgeschichten und so weiter.

00:02:35: Tatsächlich sind es nicht die Inspirationsquellen für mich gewesen, sondern vielmehr dieses Dort-Sitzen in der Landschaft und denken, was könnte hier alle sein?

00:02:45: Welche Wesen könnten dort entstehen?

00:02:46: Und wenn du dann in so einer mosigen, matschigen Landschaft bist, wo du tief einsingst, kommt automatisch die Idee, da könnte so ein Moa-Wesen leben.

00:02:55: Und dann kommen die Moos-Moffen mit ins Spiel, weil die Grunde nur aus Moos bestehend von außen aussehen.

00:03:03: Aber kleine lebendige Wesen sind, die natürlich ihre eigene Welt schützen wollen.

00:03:07: Und so ist das überall.

00:03:08: Es gibt die Schneezwerge, es gibt dann Eistrolle, die in Band eins noch gar nicht vorkommen, vielleicht an den Band zwei.

00:03:15: Die bestehen zum Beispiel nur aus Zentrijarden Schneeflocken.

00:03:21: Und Wasser ist ja intelligent.

00:03:23: Jede einzelne Schneeflocke hat eine Mikrointelligenz.

00:03:26: Und wenn du Milliarden von Mikrointelligenzen zusammenbringst, ist das ein Lebewesen.

00:03:31: Und in dem Fall ... Die Schneetrolle, die können wunderschön singen, nachts finde Aurora Borealis strahlt, dann singen die Schneektrolle dazu.

00:03:41: Es kommt jetzt in Band zwei, wir reden jetzt über Band eins.

00:03:44: Wie kommst du auf so einen Namen?

00:03:46: Wo kommt der Schabernöck her?

00:03:47: Der Schabernöck, ich hole ihn mal kurz raus.

00:03:50: Ah, er ist dabei, das wusste ich gar nicht.

00:03:51: Ich hab ihn

00:03:51: hier.

00:03:52: Der Schabernöck ist ein wunderbarer Hauptnebencharakter.

00:03:55: Komm mal raus.

00:03:56: Ja, der hängt hier fest.

00:03:58: So.

00:03:59: Es gibt die Geschichte ja auch als Figur im Theater, also habe ich den Schabernöck auch als Figur gebastelt.

00:04:03: und wenn er sich vorstellt, dann ist das natürlich, darf ich jetzt mal reden, bitte schön, ich bin dran, ich bin so wichtig.

00:04:14: Und der Nöck ist eigentlich ein Wasserwesen, aber durch das Wortspiel mit Schabernack und Schabernöck entsteht in der Geschichte ein Nahrer.

00:04:24: Jemand, der innerhalb des Abenteuers immer wieder auftaucht als Nebencharakter, der die Lücke Eira in Grunde erstmal verwirrt, ihr aber trotzdem hilft, der aber auch manchmal einfach in die falsche Irre führt.

00:04:38: und dieser nacherhafte Charakter mischt die Geschichte auf und wird witzig, macht einfach Freude.

00:04:47: Unendlich viele Figuren geschaffen.

00:04:48: Was ist denn zuerst da?

00:04:50: Ich, ich, ich, ich.

00:04:52: Nein, du warst eine Nebenfigur.

00:04:54: Ach, komm, gehst du wieder runter.

00:04:56: So, da, so.

00:04:57: Eine Nebenfigur, oh Gott, oh Gott, oh Gott.

00:04:59: Der sieht ja gerne der Hauptcharakter sein würde.

00:05:02: Das heißt, du schreibst erst und dann entsteht die Figur.

00:05:06: oder ist manchmal die Figur zuerst da?

00:05:09: Es gibt ja verschiedene Herangehensweisen und tatsächlich ist es bei mir immer so, dass ich verschiedene Eindrücke, Ideen, auch Skizzen von Figuren, einfach sammle und dann ist es ein bisschen wie so ein Inseln-Hüpfen.

00:05:22: Man hat dann mehrere Puzzlestücke, die zusammenpassen und plötzlich ergeben einzelne Ideen, Bilder, kurze Texte, ein Gesamtes.

00:05:30: Plötzlich fügte sich ineinander und du merkst, ach, das ist ja dieselbe Geschichte.

00:05:35: Was vorher verschiedene Ideen waren.

00:05:37: Und so kann aus diesen verschiedenen Elementen eben dann ein Ganzes entstehen, was dazu, was verlangt, das zu überarbeiten und auszuarbeiten.

00:05:48: Das hat jetzt zwar nur indirekt mit dem Buch zu tun, aber man sollte darauf... Hinweisen, diese Figuren entstehen bei dir.

00:05:56: Das ist richtige Handarbeit.

00:05:57: Ja, also ich habe auch die Lücke Eiram noch dabei.

00:06:00: Also die Hauptprotagonistin

00:06:01: ist mit

00:06:02: dabei.

00:06:03: Lücke Eiram übrigens, für die das Buch nicht kennen, heißt in unserer Sprache übersetzt glückliche Schneeflocke.

00:06:09: Und sie ist alles andere als glücklich.

00:06:10: Ich bin stinkig und sauer.

00:06:12: Ja, sie ist halt wütend darüber, dass sie als Zwergenmädchen nicht gehört wird im großen Zwergenrat.

00:06:18: Lass das.

00:06:18: Nee, ich muss dich hübsch machen.

00:06:19: Bitte.

00:06:24: Lücke Eira, die Stinkesauer ist, weil sie im großen Zwergenrad nicht gehört wird.

00:06:28: Eben, weil ich keinen Bart habe.

00:06:30: Weil sie keinen Bart hat, weil nur die Bärtigen gelten, was im großen Zwergenrad.

00:06:34: Und am Ende ihrer Geschichte ändert sich das natürlich sehr.

00:06:37: Wie es war die Frage, aber eigentlich, wie entstehen diese Charaktere?

00:06:40: Genau.

00:06:43: Also Eira war nötig, einen Hauptcharakter zu haben, die in Grunde Unglücklich ist mit ihrer Lebenssituation, weil sie hätte eine tolle Idee gehabt, was die Zwerge mit dem schmelzenden Gletscher anfangen könnten, was sie tun können.

00:06:58: Weil sie aber nicht gehört wird, verzweifelt sie.

00:07:00: Ich denke, Kinder können das oft, dass die Erwachsenen nicht zuhören, dass man nicht ernst genommen wird.

00:07:06: Und daraus entsteht natürlich so ein Frust.

00:07:09: Und daraus entsteht bei ihr das ganze Abenteuer.

00:07:11: Weil sie in ihrer Wut dann ... die Lawine hinunterstürzt und den Stahlgerät, von dem sie nicht mehr hochkommt und wo sie einen neuen Weg finden muss außen herum.

00:07:21: Und dadurch überhaupt diese ganze Geschichte ins Rollen kommt, ihre Abenteuer mit den anderen Figuren, die die Welt verändern, ihre Welt verändern.

00:07:29: Und diese Charaktere entstehen im Grunde aus diesen Ideen, was für eine Figur möchte ich gerne haben als Hauptcharakter.

00:07:37: Ganz am Anfang bei der ersten Idee war es auch ein Zwergenjunge, der diese Geschichten erlebt hat.

00:07:42: Und dann wurde irgendwann klar, In dem Kontext, dass die Zwergen Männer nur so wichtig sind, weil sie den dicken Bart haben und wichtig sind, ist es für ein Mädchen noch viel spannender.

00:07:53: Sie wird nie die Chance haben, später mal einen großen dicken Bart zu haben und wichtig zu sein.

00:07:57: Ihr Bruder, der in der Geschichte auch ein Nebencharakter ist, der hat schon die ersten Fusselbärtchen und der ist so stolz, dass er auch mal groß und wichtig wird.

00:08:05: Diese Chance ist ihr nicht gegeben.

00:08:07: Also hat sie als Mädchen andere Qualitäten, die die Bärtigen im Moment nicht sehen.

00:08:14: Aber am Ende der Geschichte dann eben doch.

00:08:16: Aber spannend, noch ein gesellschaftliches Thema angepackt, ne?

00:08:19: Eben.

00:08:20: Ja, genau.

00:08:22: War noch die Frage, das ist wirklich alles handgemacht.

00:08:23: Das heißt, wenn sie mal ins Publikum schaut, das ist wahnsinnig, wenn wir an diese Augen anschauen, das ist so beeindruckend.

00:08:30: Und wenn du den Leben einer hochst, ich bin da immer wieder extremst fasziniert.

00:08:36: Danke, bitte.

00:08:37: Ja, also die sind alle, darf ich das verraten?

00:08:40: Nein, nicht wegen.

00:08:41: Die sind alle aus Schaumstoff gemacht.

00:08:43: Nicht so arg, ganz sanft.

00:08:46: Und das ist die Art, wie ich meine Figuren fürs Theater immer mache.

00:08:50: Ich habe viele Leitechniken probiert im Laufe der Jahre und Jahrzehnte.

00:08:53: Ich mache es ja schon über dreißig Jahre.

00:08:55: Und tatsächlich die Figuren mit Schaumstoff haben eben viel Beweglichkeit, viel Lebendigkeit.

00:09:01: Und das ist die Art, wie ich es am liebsten

00:09:03: baue.

00:09:03: Neben dem Buch, das die Geschichte erzählt, wie gesagt, du bist unterwegs.

00:09:06: Ich glaube, du bist die Hälfte des Jahres unterwegs, wenn ich das richtig sehe.

00:09:09: Wahrscheinlich das ganze Jahr.

00:09:11: Ich habe zur Zeit dieses Jahr Hundert-Siebzig Auftritte, manchmal sind es nur Hundert-Fünfzig, aber ich habe auch zwanzig verschiedene Geschichten.

00:09:17: Von daher ist die Lücke Eira die neueste, die ich dann auch als Theaterstück auf Tournee spiele.

00:09:23: Wir schauen noch mal weiter in den Rucksack, weil ich glaube, da sind noch viele

00:09:26: mehr.

00:09:26: Du darfst jetzt hier vorne sitzen und die Leute angucken.

00:09:29: Danke.

00:09:29: Ein

00:09:31: weiterer Einblick in die Charaktere.

00:09:34: Wir haben hier zum Beispiel den Wasserknum Gulfström.

00:09:38: Und Gulfström hat noch andere Kollegen, die sind der Nordström, Südström und Starkström und so weiter, die dann auch in Band zwei wieder eine Rolle spielen werden.

00:09:46: Aber Gulfström ist ein total netter Charakter, weil er rettet sie.

00:09:51: Sie geht im Wasser unter, kann nicht schwimmen.

00:09:53: Aber ich?

00:09:56: Und Güftrüm hat so diese, das ist im Buch auch so geschrieben, diese Sprache.

00:10:00: Muss das sein?

00:10:01: Ja, muss sein, muss ich erklären.

00:10:02: Okay, bitte schön.

00:10:05: Die ganzen Charaktere haben eigene Spracharten, sind dadurch ein bisschen skurril, verrückt, bisschen witzig.

00:10:11: Ich bin nicht lustig, ich bin gefährlich.

00:10:16: So habe ich Charaktere, die sowohl als Bühnenfiguren funktionieren, aber im Buch eben als in der Geschichte als wichtige Helfer für die Eira auf ihrer gefährlichen Reise her.

00:10:27: Wir haben uns doch gestern noch am Stand bei uns unterhalten, wie die Charaktere im Hörbuch klingen.

00:10:31: Ich glaube, du hast schon alles gelöst.

00:10:33: Ich bin jetzt völlig entspannt gerade.

00:10:35: Aber das geht immer so, natürlich.

00:10:38: Darf ich jetzt mal neben die Eierer sitzen?

00:10:39: Ich möchte die Leute angucken.

00:10:40: Bitte schön, ja?

00:10:41: Ja,

00:10:41: natürlich.

00:10:42: Danke.

00:10:43: Hallo.

00:10:44: Guck mal, dass er ordentlich sitzt, ne?

00:10:45: Ja,

00:10:46: ja, sitzt.

00:10:47: Und wenn wir schon bei Nebencharaktere sind, ich habe auch noch die Grasfälmchen dabei.

00:10:53: Grasfälmchen sind in der Geschichte.

00:10:55: Die schnellsten Wesen der Welt, die sind so schnell, dass man sie eigentlich kaum sieht.

00:11:01: Und im Theaterstück entsprechend.

00:11:02: Auch die Kinder lieben sie.

00:11:04: Und die sind nebenbei magnetisch.

00:11:06: Nee, doch Held.

00:11:09: Und Grashelmchen, da müsste man dreimal so schnell zuhören können.

00:11:13: Sonst versteht man kein Wort.

00:11:15: im Buch geschrieben, heißt dann, steht dann etwas so und wenn sie es sprechen geht man weiß nicht was er zu dir gerade gesagt hatte, aber das sind die Grasählmchen, die schnellsten Wesen.

00:11:29: Und die spielen natürlich auch nur eine kleine Nebenrolle, aber mischen eben den Werdegang, das gefährliche Abenteuer von der Lücke Eira ein bisschen lustig mit auf, ebenso wie der Nöck.

00:11:42: Das war es an den Figuren, die ich jetzt als Figuren mitgebracht habe.

00:11:45: Im Buch sind aber auch noch unendliche andere.

00:11:48: Es gibt unter anderem auch die Steinknömmchen.

00:11:51: Die Steinknömmchen sind die langsamsten Wesen.

00:11:59: Ich weiß nicht, ob man das jetzt hier sehen kann.

00:12:01: Da ist ein Steinknömmchen mit der Lücke Eira dabei, gerade an einem Felsen zu lauschen.

00:12:06: Und die sind so langsam.

00:12:10: dass sie auch langsamer werden muss und durch diese Langsamkeit wieder mehr sich spürt und auch dann beim Felsenlauchen spüren kann, dass der Fels summt, dass der in dem Moment gerade sinkt oder summt und dass sie den Grunde diese anderen Seinsformen und dieses andere Wahrnehmender Welt durch diese verschiedenen Wesen kennenlernt.

00:12:37: Und da gibt es eben die ganz langsamen.

00:12:39: Es gibt die Superschnellen, es gibt die Verrückten wie den Schabernöck und es gibt eben auch die Gefährlichen.

00:12:45: Also wie im richtigen Leben, ne?

00:12:46: Das ist alles mit dabei.

00:12:48: Und was ich besonders finde, weil diese Karte, die du auch geschaffen hast, das heißt diese Welt ist wirklich in deinem Kopf komplett existent.

00:12:56: Man kann sie abgehen und du hast einen genauen Plan.

00:12:59: Es erinnert so ein bisschen an ganz, ganz bekannte Literatur, die ich aufschlage, die auch eine solche Karte hat.

00:13:06: Aber ich finde das faszinierend.

00:13:08: Das heißt, das ist alles bei dir im Kopf entstanden, als die Geschichte ins Leben gekommen ist.

00:13:13: genau wie ich es vorhin erwähnt hatte, die einzelnen Ideen formen sich und mehr und mehr, formen sich aber auch die Weltenbau, also die Welt, in der diese Figuren leben.

00:13:23: Und dass sie ja eine Heldinnenreise erlebt, war ja auch die Frage, welche Stationen muss sie denn durchmachen, um innerlich zu reifen, um überhaupt in der Lage zu sein, die Probleme, die existieren, zu lösen oder den richtigen Impuls zu geben.

00:13:39: Und um in ihrer Heldinnenreise auch selbst zu wachsen, müssen natürlich bestimmte Herausforderungen entstehen.

00:13:45: Es gibt ja in der Psychologie verschiedene Themen, wie zum Beispiel die Tourwächter oder was auch immer Herausforderungen, denen du erst mal gewachsen sein musst, um den nächsten Schritt gehen zu können.

00:13:56: Und es geschieht automatisch in der ganzen Geschichte, dadurch, dass sie dem Schabernöck begegnet, den Blondschleichen, den Pilzläusen, den Wasser genommen, den getigerten Krömpf.

00:14:06: Und so weiter.

00:14:07: Bis zum schäumenden See, der schäumt, weil die Menschen da versehentlich Öl reinlaufen lassen.

00:14:13: Also sie wächst an diesen Etappen.

00:14:17: Wir möchten diese Geschichte ja möglichst vielen Menschen zugänglich machen.

00:14:20: Deswegen haben wir auch gerade über das Hörbuch gesprochen, dass man einfach ja vielleicht jemand, der als Erstleser oder als junger Leser vielleicht auch mit dem Buch durch die doch lange Geschichte auch ein bisschen herausgefordert wird.

00:14:35: Während ein wunderbarer nächster Schritt, meine bisherige Erfahrung ist, dass viele Erwachsene die Geschichte sehr lieben und die Kinder, die wirklich schon richtig gut im Lesen sind.

00:14:43: Weil es sind über dreihundert Zeiten viele farbige Illustrationen drin, aber man muss schon dranbleiben können, man muss gerne lesen und auch schon gut lesen können.

00:14:53: Und dann dadurch, dass ich die Theateraufführung allerdings schon ab fünf Jahren spiele, mit einer verkürzten Variante, sodass nur die zentralen Stationen in der Theater-Version auftauchen, kommen natürlich auch fünf und sechs Jährige, die sagen, krieg ich das auch als Buch, da müssten das dann die Eltern vorlesen oder die Großeltern und entsprechend zwischendurch auch mal erklären.

00:15:16: Oder man macht das als Hörbuch und dann können die Kedisas sich selbst auch dann als Hörbuch gönnen und fände ich eine schöne Sache, um die Jüngeren auch schon mit einzubeziehen in die Geschichte.

00:15:28: Wir haben immer das Problem in Deutschland, dass wir in Schubladen sortieren, das machen wir alle gerne und der Buchhandel macht das halt auch ein bisschen, weil er will natürlich wissen, in welchem Regalplatz stelle ich ein Buch ab.

00:15:39: Und deswegen muss man sich halt irgendwann entscheiden, machen wir jetzt ein Kinder- und Jugendbuch oder machen wir ein Buch für Erwachsene, wo sortieren wir es ein.

00:15:46: Bei dir fällt es auch wirklich schwer, je länger wir drüber nachdenken.

00:15:49: finden wir eigentlich viele Plätze, wo es hingehört.

00:15:52: Ich würde den Buchhandlungen empfehlen, sie müssen in Gletscherregal machen, da steht es dann da, oder sie müssen in Lücke, Eira, Schneeflockenregal machen, und das steht es.

00:16:01: Es passt nicht in andere Verkaufslinien wirklich genau rein.

00:16:07: Meine Hoffnung ist, dass es sich einfach weiter empfiehlt, von denen, die es gerne gelesen haben, die die es nicht gerne lesen, werden es wahrscheinlich nicht weiter empfehlen.

00:16:14: Aber ich habe zum Glück von vielen mitbekommen, die es sehr lieben, die das auch weiter verschenken, die das weiter empfehlen.

00:16:20: Und es ist dann pö-a-pö, so Schneeball-Effekt, einfach auch viele Menschen, viele Kinder und Jugendliche und Erwachsene erreicht.

00:16:26: Und Gletscher erfahren bist du ja auch, ne?

00:16:28: Das kennen die Menschen von der Frankfurt der Buchmesse gar nicht, aber wer auf der Leipziger Buchmesse war, da bist du auch mit einem eigenen Gletscher gekommen.

00:16:36: Ja, ich hatte den Gedanken, wie kann ich das präsentieren?

00:16:39: und hatte einen Buch.

00:16:41: eingefroren in einen großen Eisklotz, der dann die vier Tage der Leipziger Messe langsam vor sich hinschmolzt.

00:16:48: Und es waren Hingucker und Hinfühler und manche haben auch versucht, dran zu lecken.

00:16:52: Der größte Effekt war, letzten Tag hatte ich dann den Kindern versprochen, es ist lieber Excalibur, wer das Schwert aus dem Stein zieht, wird Königin von England oder König, notfalls, wer das Buch aus dem Eis zieht, wenn es geschmolzen ist, kriegt das Buch geschenkt und wird Gletscher Königin.

00:17:08: Dann haben sechs jugendliche Kittys und so dran rumgerubbelt und geschmolzen und gehaucht und es ist leider bis zur letzten Stunde der Leipziger-Messer nicht rausgekommen.

00:17:17: Ich habe Ihnen dann jedem einen Buch geschenkt und war auch gut.

00:17:20: Da war viel spannender, das erst mal aus der Kiste zu bekommen am ersten Tag.

00:17:25: Ja, genau.

00:17:25: Es wollte nicht aus der Tiefkühltruhe raus, es hing fest.

00:17:28: Meine lieben Schreibkolleginnen haben mir geholfen und am Nachmittag war es dann da.

00:17:32: Aber trotzdem, das zeigt deine Kreativität, wie man Dinge inszeniert.

00:17:37: Und du hast gerade schon angedeutet und wir stehen bereit, auch die nächsten Geschichten mit ins Leben zu bringen.

00:17:45: Wir werden den Weg finden, dass alle, für die das Buch passt, es auch bekommen werden nachher.

00:17:50: Ja, das wäre schön.

00:17:51: Ich weiß nicht, haben wir noch eine Sekunde?

00:17:53: Wir haben sogar ein paar Minuten.

00:17:56: Worauf wir noch kaum kamen, in der Geschichte geht es ja darum, dass die Menschen allen fantastischen Wesen, denen sie begegnet, die Lebensgrundlage zerstören.

00:18:08: Da gibt es dann den Waldzwergen, den Twerks wird der Wald immer mehr weggenommen, also wird sozusagen abgerodet, den Wasser genommen scheinbar durch den Staudamm das Wasser weggenommen.

00:18:20: Das heißt im Hintergrund sind immer diese Ängste vor den Menschen, die sich anstaunen, bis sie zum Schluss denkt, man muss gegen Menschen doch kämpfen, fängt auch an tatsächlich eine Hütte zu zertrümmern.

00:18:30: um dann festzustellen, dass die Menschen, die da leben, wunderbare, gute, hilfsbereite, sehr freundliche Menschen sind und sich ihr ganzes aufgestautes Vorurteil wieder in nichts auflöst.

00:18:41: Und dann kommt es, wie du vorhin schon erwähnt hattest, zum großen Kampf zwischen den fantastischen Figuren und den Menschen, die nicht wirklich ein Krieg sind, sondern das einigermaßen ein Getümmel, ein Gerangel, eine kleine Schlacht.

00:18:55: Und die versucht sie zu befrieden.

00:18:57: Und ich darf ja nicht verraten, es wurde mir verboten, wie sie das schafft, dass diese Streit friedlich endet.

00:19:04: Und ob sie es überhaupt schafft, das darf ich leider nicht

00:19:06: sagen.

00:19:07: Das ist ein ganz guter Schluss, Lüke Eiratswergenreise.

00:19:10: Wir sind am Stand F-Einhundertsext, da ist der Autor auch noch gleich zu Gast und auch gleich hier gibt es das Buch auch zu kaufen, wer es möchte mit Signatur.

00:19:18: Wir sind froh, dass du bei uns bist, dass du weitere Geschichten machst, dass du Figuren ein so tolles Leben einhauchst und lass uns weiter auf diese abenteuerliche Reise mit den Zwergen und dem Zwergenmädchen gehen.

00:19:31: Ja,

00:19:31: wunderbar, ich danke sehr für dich.

00:19:33: Danke dir.

00:19:34: Und danke fürs Deweis.

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